Eichhörnchen im Sommer

Weil bei uns die Sommer immer trockener werden, haben es auch unsere Tiere immer schwerer, da zu überleben. Damit wenigstens einige davon zumindest etwas einfacher an Futter kommen, haben wir uns entschlossen, die Vogelfütterung das ganze Jahr hindurch aufrecht zu halten. Das bedeutet, dass wir Meisenknödel, Sonnenblumenkerne, etwas Wasser und manchmal Haselnüsse für sie bereitstellen. Zwei Häuschen mit Sonnenblumenkernen und ein Gitterbehälter für Knödel hängen in einem abgestorbenen Haselnussbusch, so dass die Vögel anschleichende Katzen aus der Nachbarschaft – hoffentlich – rechtzeitig bemerken können. In einem freistehenden Vogelhäuschen wurden ebenfalls Sonnenblumenkerne und manchmal die Nüsse angeboten.

Das wurde von den Vögeln auch gerne angenommen. Allerdings kamen noch andere Gäste, mit denen wir gar nicht gerechnet hatten. Insgesamt drei Eichhörnchen haben sich mehr oder weniger regelmäßig bei uns bedient. Einige kamen jeden Morgen zwischen 06.30h und 08.00h zum Frühstücken, häufig wurde vor allem abends, wenn es nicht mehr so warm war, noch ein Imbiss eingenommen. Vermutlich, weil der Ellerbach wenige hundert Meter von uns entfernt liegt, wurde die Trinkschale allerdings weit seltener angenommen, als wir gedacht hatten.

 

Oh! Das ist ja immer noch recht weit weg 🤔.  (Alle Bilder in diesem Artikel können per Klick auf das Bild vergrößert werden)
Oh! Das ist ja immer noch recht weit weg 🤔. (Alle Bilder in diesem Artikel können per Klick auf das Bild vergrößert werden)

Gerade zum Frühstück kamen meist zwei Eichhörnchen. Damit es nicht zu Streitigkeiten kam, ging eines in das freistehende, das andere in eines der hängenden Häuschen. Beim freistehenden war alles einfach: hochspringen, eventuell vorhandene Vögel verscheuchen, sich mitten ins Häuschen setzen und genüsslich essen. So einfach war es allerdings nicht, an die Kerne im hängenden Häuschen zu gelangen. Wenn man so nahe wie möglich an die Futterquelle gelangt war, musste man allerdings feststellen, dass es immer noch recht weit war.

Da musste man sich etwas einfallen lassen und sich - im wahrsten Sinne des Wortes - etwas strecken.

Wenn man es dann geschafft und ein paar Kerne ergattert hatte, konnte man es sich nach Eichhörnchen Art bequem machen: die Füße fest um zwei Äste gekrallt, den Schwanz locker gegen einen Ast gestützt und die Leckerbissen in den Händen fest im Blick.

Ganz einfach machten es sich die Hörnchen, die einfach auf heruntergefallene Körner spekulierten – und meistens auch fündig wurden.

Die Trinkmöglichkeit nahmen die Tiere wie gesagt im heißen Sommer 2021 erstaunlich selten in Anspruch. Aber wenn sie es taten, machte es glücklich – die Tiere, weil sie ihren Durst stillen konnten und uns, weil es einfach niedlich aussah (und wir das Gefühl hatten, für sie etwas Gutes getan zu haben).

Udo Baumfalk

 

PS: Im Sommer 2022 wurden die Schälchen deutlich besser angenommen, vor allem in der Zeit bis etwa 08.30h.