F. Wagner überprüft eine Steinkauzröhre
F. Wagner überprüft eine Steinkauzröhre

Steinkauzberingung

 

Um wissenschaftliche Grundlagendaten zu erfassen und den Erfolg des Projektes zu dokumentieren, werden die Jungvögel alljährlich im Auftrag der Vogelwarte Radolfzell beringt. Der Steinkauz lässt sich auch als erwachsener Vogel meist ohne größere Stressreaktion greifen. Man kann ihn beringen oder, wenn er schon einen Ring trägt, diesen ablesen.

 

Zur Einbettung des NABU-Steinkauzprojektes in den größeren Kontext der Forschung zum Thema Tierwanderungen kann man hier interessante Details finden. Die Einbindung ehrenamtlicher Mitarbeiter wird hier beschrieben.

 

Zu Sinn und Zweck der Beringung im allgemeinen gibt es hier einen umfassenden Artikel

 

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Steinkauzbrut (ca. 2 Wochen alt)
Steinkauzbrut (ca. 2 Wochen alt)
 Situation 2016
 
2016 war ein durchschnittliches Jahr mit 2,9 Jungvögeln/Brut bzw. 3,6 Jungvögeln/erfolgreicher Brut. Bislang unerreicht blieben die diesjährig 72 Bruten, von denen allerdings 14 Bruten nicht erfolgreich waren. Die Gründe dafür sind vielfältig. In einem Fall starben kleine Jungvögel durch unwissentliche Störung des Menschen. In mind. einem anderen Fall räumte der Marder die Brut aus und fraß auch den Altvogel. Die meisten Ausfälle können jedoch keiner eindeutigen Ursache zugeordnet werden, menschliche Störungen werden aber in weiteren Fällen vermutet. Allgemein lässt sich erkennen, dass nach mehreren Jahren mit guter Nahrungsversorgung und nach verheißungsvollem Saisonbeginn ein leichter Einbruch stattfand. Die kühle und feuchte Witterung im Mai/Juni führte kleinstandörtlich zu einem vorübergehenden, aber dennoch schwerwiegendem Nahrungsmangel. Einzelne Feldmausgenerationen fielen aus; die Insektenbestände entwickelten sich nicht wie gewohnt. Dieser Engpass wurde z. T. durch verstärktes Zu-Tage-treten von Regenwürmern kompensiert, jedoch hatten v. a. die spät begonnenen Bruten Probleme. Vielerorts starben die schwächsten Jungvögel an Unterernährung oder Nässebedingter Unterkühlung, manches Brutpaar verließ das Gelege. Dazu kommt, dass andere Beutegreifer, die sich normalerweise v. a. von Mäusen ernähren, in Notzeiten auf andere Beute ausweichen. In Waldnähe ist dies v. a. der Waldkauz, zu dessen Beute auch Steinkäuze zählen.
Erfreulich waren drei in natürlichen Baumhöhlen stattfindende Naturbruten. Jedoch bleibt festzustellen, dass es an (alten Höhlen-)Bäumen mangelt und die Art ohne menschliche Hilfe kurz vor dem Aussterben stünde.

Entwicklung der Steinkauzpopulation in der Region